Schloss Finsterwalde erhält Brandenburgischen Denkmalpflegepreis

Hervorragende Sanierung mit undotiertem Sonderpreis geehrt

Eine wechselhafte Geschichte – so kann man den Werdegang des Finsterwalder Schlosses wohl durchaus bezeichnen. Als Raubritterburg gebaut war es schon Gefängnis, Wohnraum und nun: ein denkmalgerechter und gleichzeitig moderner Verwaltungssitz. Dass diese Wandlung gelungen ist, wurde nun ein weiteres Mal honoriert.

Nachdem der Landkreis Elbe-Elster das Schloss bereits 2018 mit dem Kulturpreis in der Kategorie Denkmalpflege auszeichnete, freuten sich Bürgermeister Jörg Gampe, Fachbereichsleiter Frank Zimmermann und seine Kollegin Annett Schemmel nun ein weiteres Mal über eine besondere Anerkennung.

Gemeinsam mit sechs weiteren Preisträgerinnen und Preisträgern wurde die Stadt Finsterwalde am 9. September im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel „für die hevorragende Sanierung“ mit dem Brandenburgischen Denkmalpflegepreis geehrt. Bürgermeister Jörg Gampe stimmt in die Anerkennung an sein Team ein: „Der Preis würdigt die Arbeit unseres Bauamtsleiters Frank Zimmermann und seiner Kollegin Annett Schemmel. Beide arbeiten seit Jahren unermüdlich und mit großer Geduld daran, die unvereinbar wirkenden Aspekte Brandschutz, moderne Verwaltung, Barrierefreiheit und Denkmalpflege unter einen Hut zu bekommen. Wie alle Finsterwalderinnen und Finsterwalder bei einem Besuch im Schloss sehen können, ist ihnen das in preiswürdiger Art und Weise gelungen.“

Frank Zimmermann, heute Fachbereichsleiter für Bauen, Stadtentwicklung und Verkehr bei der Stadt Finsterwalde, hatte sich bereits in seiner Studienarbeit mit dem Schloss Finsterwalde beschäftigt – nichtsahnend, dass es das größte Projekt seiner beruflichen Laufbahn werden würde. „Natürlich freuen wir uns über diese Anerkennung und möchten uns dafür herzlich bedanken, vor allem bei Dieter Babbe, der das Schloss Finsterwalde für diesen Preis vorgeschlagen hat. In seiner Begründung steckte viel Herzblut, genau wie im Schlossbuch des Vereins der Freunde und Förderer des Kreismuseums Finsterwalde e.V. Wir hatten angeregt, auch das Team um Dr. Rainer Ernst mit dem Brandenburgischen Denkmalpflegepreis auszuzeichnen, das hat aber leider nicht geklappt“, sagt Frank Zimmermman, der seit den 90er Jahren die Sanierung des Schlosses verantwortet.

Die Schätze vergangener Jahre, die sich im ganzen Gebäudekomplex verbargen, sind auch dank vieler Fördermittel der Städtebauförderung nun wieder für Besucherinnen und Besucher sichtbar. Ein durch die Holzvertäfelung verdecktes Wandbild im Sitzungssaal der Stadtverordenten kann bei Führungen bewundert werden. Zahlreiche historische Wappen zieren das moderne Treppenhaus, das um viel Glas und einen Fahrstuhl ergänzt worden ist. Anspruchsvoll war auch die Aufgabe, die vielen Höhenvorsprünge im Schlosshof anzugleichen, um für Jedermann den Zugang zu allen Fachbereichen im Verwaltungssitz zu gewährleisten. Mit der Reaktivierung der Remise wurde der ehemalige Pferdestall zum repräsentativen Beratungsraum, der Brautpaaren für einen Sektempfang nach der Trauung zur Verfügung steht. Das modernisierte und nach Feng-Shui zertifizierte Trauzimmer erfreut sich ebenso großer Beliebtheit. Und was besonders die Gastgeber der Auszeichnung gefreut haben dürfte: Mit Hilfer archäologischer Maßnahmen konnte das Wissen um die Baugeschichte der Burg- und Schlossanlage erweitert werden.

 

Interessierte können wochentags von 9-17 Uhr und am Wochenende von 10-17 Uhr den Blick im Schlosshof schweifen lassen und sich unter anderem die am Hinterschloss zu sehende Malerei des Ritters Hans von Pack und seiner Frau anschauen.